Würzburger Schule der Kontemplation (WSdK)Fortbildung - Werkstattberichte |
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Die Natur von Stille - das Wesen - das Ich mit seinen BegrenzungenFortbildung der WSdK: 05.09. – 08.09.2006, Benediktushof,
Holzkirchen Ein WerkstattberichtAutor: Klaus Brück Neugierde und erwartungsfrohe Spannung – mit diesen Gefühlen machte ich mich auf den Weg zur Fortbildung. Zuallererst ein kurzes Erschrecken, insgesamt 32 TeilnehmerInnen – ist die Gruppe nicht zu groß? Doch bereits die Übung zum Ankommen zerstreute die Bedenken und führte in die Stille. – Was musst du loslassen / zulassen, um ganz hier anzukommen? Getragen von einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens wurden in einer ersten Partnerübung immer wieder diese Fragen gestellt. Gerade die wiederholende Beantwortung der gleichen Frage führte hinter die schnellen und vordergründigen Antworten, das gelernte Wissen. Im Einlassen und Hineinlauschen zeigen sich neue und oftmals unbewusste Gefühle und Emotionen, die angesehen werden wollen. Im offenen und wertfreien Betrachten dessen, was da sichtbar und erfahrbar wurde, zeigte sich der Zugang zum eigenen Sein. Sowohl das aktive Erforschen der eigenen Erlebenswelt als auch das aktive Zuhören bei der Beantwortung der Fragen durch die Partnerin / den Partner erwies sich als Weg in die Präsenz. Gerade den Zugang über die Partnerübungen erlebte ich als stark bereichernde Erfahrung. Die Fokussierung auf das wiederholende Stellen der gleichen Fragen schuf eine Atmosphäre des wortlosen Einverständnisses, eine vertraute Nähe. Hier zeigte sich die Größe der Gruppe als Vorteil, da immer wieder neue Paarbildungen möglich waren und unterschiedliche Haltungen beleuchtet werden konnten. Ausgewählte Tiefendimensionen des transpersonalen Persönlichkeitsmodells wurden in einem heilenden Rhythmus von Vortrag und anschließender Übung mit Partner(n) erarbeitet. Neben dem Aspekt der Stille beschäftigten wir uns mit den Themen Annahme und Grenzen. Hier zeigte sich ganz klar die Parallelität zur Übung der Kontemplation, bei der diese Themen auch als Wegbegleiter auftreten. Bei der Beschäftigung mit den Grenzen erarbeiteten wir die Differenzierung zwischen den inneren Barrieren (wie Vorurteile und Vorstellungen) im Gegensatz zu echten, äußeren Grenzen (wie Krankheiten und körperliche Behinderungen). Grenzen konfrontieren uns mit den existenziellen Fragen des Lebens, müssen angenommen und integriert werden. Barrieren stellen Hindernisse dar, die durch eine liebevolle Zuwendung und Aufdecken der Vorstellungen überwunden werden können. Wichtig beim Aspekt der Annahme war mir vor allem, dass ich schon angenommen bin und ich nichts mehr aktiv tun muss. Eine Annahme, die alles ohne Wertung aufnimmt, ist anstrengungslos und führt in eine Vollkommenheit, die jenseits meiner Vorstellungen liegt. Mit Vollkommenheit ist dabei nicht die vordergründige Perfektion gemeint, die das Alltags-Ich als Messlatte vorgibt. Eine Vollkommenheit, die aus der inneren Mitte kommt, akzeptiert das, was ist – so, wie es ist. Nach der Betrachtung ausgewählter Tiefendimensionen von Essenz
beschäftigten wir uns mit der Haltung bei der transpersonalen
Begleitung von Menschen. Die spirituelle Begleitung von Menschen
kann nur gelingen, wenn ich selbst als BegleiterIn in die Präsenz
komme und darin verweile. Die Stille generiert eine Haltung des
mitfühlenden Zuhören-Könnens, die wertfrei ist und ohne
Vorstellungen davon auskommt, was „richtig ist“. In einem
vorbehaltlosen Dasein bzw. Sosein öffnet sich der Raum für die
Wandlung. Die Erfahrung, dass alles sein darf, diese absolute
Offenheit schafft die Voraussetzung dafür, dass die Transformation
auch der vermeintlich negativen Emotionen gelingen kann. Zusammenfassend war die Fortbildung eine für mich tief bereichernde Erfahrung, die Partnerübungen eine für mich neue Form von Meditation, die in die Tiefe führt – ein weiterer Schritt auf dem Wandlungsweg in die Einfachheit, weg von den Vorstellungen des Planens und Machens.
Klaus Brück, |
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