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Der Benediktushof - Zentrum für spirituelle Wege
Autorin: Christa Spannbauer
An Weihnachten 2003 öffnete der Benediktushof erstmals seine
Pforten als spirituelles Zentrum. Viel hat sich in dieser Zeit
bewegt und rasant verändert. Für uns ist es nach wie vor
überwältigend zu erleben, dass unser Zentrum von so vielen Menschen
besucht und dankbar angenommen wird. In den drei Jahren seines
Bestehens hat sich der Benediktushof zu einem weithin bekannten
Zentrum des spirituellen Lebens entwickelt. Menschen kommen aus ganz
Deutschland, aus Europa und selbst aus anderen Kontinenten, um den
Benediktushof kennen zu lernen, und die meisten von ihnen kehren
immer wieder hierher zurück. Viele "alte" WeggefährtInnen begleiten
uns schon seit Anfang an – für sie ist der Benediktushof spirituelle
Heimat geworden, ein Kraft- und Ruheort im Getriebe der Welt.

Die friedliche und segensreiche Atmosphäre, die viele Menschen
hier vorfinden und betonen, mag angesichts der jahrhundertealten
spirituellen Tradition, die das ehemalige Benediktinerkloster
aufweisen kann, nicht verwundern. Bereits im 8. Jahrhundert erbauten
Mönche auf dem keltischen Wasserheiligtum ihr Kloster mit seiner
Kirche. Viele historische Teile der klösterlichen Anlage sind bis
heute erhalten – so der weithin als Kulturerbe bekannte Kreuzgang
aus dem 12. Jahrhundert, der in den Meditationsraum integriert wurde
und der massive Barockturm aus dem 18. Jahrhundert mit seiner
eindrucksvollen Wendeltreppe. Bei der architektonischen
Neugestaltung des Gebäudes wurden die klösterlichen Strukturen
stilvoll und behutsam mit modernen Elementen verwoben, so dass ein
modernes und offenes spirituelles Zentrum entstehen konnte, das sich
seiner Tradition trotzdem bewusst bleibt. In der Grundsatzerklärung
des Kuratoriums schrieb der Theologieprofessor Peter Lengsfeld: "Die
Beibehaltung des Namens Benediktushof zeigt, dass das Neue nicht im
Widerspruch zur Tradition stehen will, sondern als zeitgemäß neue
Form einer alten menschlichen Gottsuche angesehen werden kann."
In seiner spirituellen Ausrichtung stellt sich der Benediktushof
in die mystische Tradition der inneren Sammlung und Einkehr und
bietet den Menschen des 21. Jahrhunderts zugleich eine zeitgemäße
Form der transkonfessionellen und integralen Spiritualität. Suchende
aller Religionen und ebenso Menschen, die sich keiner Konfession
zuzählen, sind eingeladen, einander auf dem Weg zu begleiten. Das
verbindende Element ist die Suche nach dem Wesenskern des Lebens,
nach dem Urgrund allen Seins. Daher nehmen die meisten Kurse ihren
Ausgangspunkt im "Sitzen in der Stille" als einer direkten Übung zur
ganzheitlichen Erfahrung der Wirklichkeit. Die tragenden Säulen des
Benediktushofes sind die spirituellen Wege der Kontemplation und des
Zen, die ergänzt werden durch die mystischen Erfahrungswege aus
anderen Religionen. In dem breit gefächerten Seminarangebot werden
unterschiedliche Wege in die transpersonale Erfahrung aufgezeigt und
gelehrt. Neben dem Kursangebot bietet der Benediktushof Menschen
auch die Möglichkeit, sich für einige Zeit als Hausgast an diesen
Ort der Ruhe zurückzuziehen.
Als spirituelles Zentrum ist sich der Benediktushof insbesondere
auch seiner sozialen Verantwortung für die Welt bewusst. Die hier
gelebte und gelehrte Spiritualität möchte Impulse der
Mitmenschlichkeit für die Gesellschaft setzen. Sie fließt in den
therapeutischen Bereich, in den Sektor von Gesundheit und Heilwesen,
in die Personalführung, die Pädagogik und alle gesellschaftlichen
Bereiche ein. Durch Tagungen, Symposien und öffentliche Vorträge zu
Themen der Philosophie, Theologie, Psychologie und
Naturwissenschaften wird ein Austausch der gesellschaftlichen Kräfte
ermöglicht und ein Hineinwachsen des spirituellen Übungsweges in die
Gesamtgesellschaft angestrebt. Hier versteht sich der Benediktushof
als ein Ort der erneuernden gesellschaftlichen Kräfte, der unter
Berücksichtigung des zeitgenössischen Weltbildes Antworten auf die
Fragen des heutigen Menschen geben will.
Spirituell geleitet wird der Benediktushof von Willigis Jäger
zusammen mit der evangelischen Pfarrerin und Zen-Lehrerin Doris
Zölls, die hier eine große Anzahl an Kursen geben. Besonderes
Anliegen des weithin bekannten Benediktiners und Zen-Meisters
Willigis Jäger ist die Integration der mystischen Weisheit aus West
und Ost in eine transkonfessionelle Spiritualität.
Sowohl die Würzburger Schule der Kontemplation (WSdK), die 1999
von Pater Willigis gegründet wurde, als auch die Zen-Schule der
Sanbo-Kyodan, der Willigis Jäger und Doris Zölls angehören, haben
hier eine zentrale und wichtige Übungsstätte. Der Benediktushof
versteht sich als die lokale Mitte einer über die ganze Welt
verstreuten und doch innerlich zutiefst verbundenen Weggemeinschaft.
Ihr tragendes Element sind Mitgefühl und Liebe, die aus der
Erfahrung der Einheit allen Seins erwachsen. Alle Menschen, die auf
der Suche nach dem wahren Sinn ihres Lebens sind, sind herzlich
eingeladen, sich unserer Weggemeinschaft anzuschließen.
Christa Spannbauer (M.A.)
Studium der Germanistik, Anglistik und Kulturwissenschaft in
Würzburg und Dublin; Assistentin von Willigis Jäger und
Öffentlichkeitsbeauftragte des Benediktushofes; Redakteurin des
Benediktushof unterwegs und der Zeitschrift Spirituelle Wege.
Christa Spannbauer, Alte Straße 40, 97292 Holzkirchen, Telefon 09369
983822, E-Mail:

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